Trügerische Ruhe

Durch Covid-19 ist die Nachfrage nach Tieren aus den vielfältigsten Gründen gestiegen: Tiere leisten uns Gesellschaft, lenken uns ab und spenden uns Trost. Auch können sie eine willkommene Abwechslung im Corona-bedingten Home Office sein. Oder Familien, die schon lange überlegt haben, ein Tier zu adoptieren, ergreifen jetzt die Chance. Die Gelegenheit kann auch durchaus günstig sein, weil gerade auch die Zeit für eine Eingewöhnung des Tieres da ist. 

Aktuell vermitteln die Tierheime gut, doch die Ruhe ist trügerisch. Denn es besteht die große Gefahr, dass jetzt erworbene Tiere, die oft auch aus dem illegalen Welpenhandel stammen, auf kurz oder lang im Tierheim landen. Gründe dafür gibt es viele: Home Office ist vorbei, die Schulen sind wieder geöffnet – die Menschen merken, dass sie im Alltag doch keine Zeit mehr für das Tier haben. Oder Urlaube stehen an, bei denen das Tier dann doch stört, und viele mehr.   
 
Die Tierheime selbst schauen bei der Vermittlung natürlich ganz genau hin, dass das Tier „nach“ Corona nicht wieder im Tierheim landet, sondern wirklich sein „Zuhause-für-immer“ gefunden hat. Doch das machen leider nicht alle – vor allem nicht dubiose Züchter, die mit den Tieren ausschließlich nur Geld verdienen wollen!

Bedeutung der Corona-Krise für Tierheime 

Die Tierheime helfen jederzeit wo sie können, doch sind sie selbst auch auf Hilfe angewiesen. Vor allem in diesem Jahr, denn die Corona-Krise hat viele von ihnen in eine bedrohliche finanzielle Situation gebracht: 56% der Tierheime bestätigten, dass die Spendeneinnahmen durch die Coronakrise gesunken sind und 50% stimmen zu, dass Sie aufgrund der Coronakrise die Rücklagen des Vereins teilweise bis ganz aufzehren mussten*.
 



Die Tierheime sind in Notfällen auf ihre vergleichsweise geringen Rücklagen angewiesen: wenn etwas im Tierheim kaputtgeht, sie die oftmals alte Bausubstanz erneuern müssen oder die Anforderungen an die Tierhaltung gestiegen sind, weil sie zum Beispiel viele Tiere auf einmal aus einem Animal Hoarding oder illegalem Welpenhandelfall aufnehmen mussten. Das meist wenige, aber so wichtige Geld wird zur Sicherung des Betriebs benötigt, da die Tierheime von den Kommunen meist keine kostendeckende Erstattung für ihre Aufgaben erhalten und, ohne Spenden, langfristig in die Zahlungsunfähigkeit getrieben werden. 

Ohne Rücklagen sind unsere Vereine daher noch mehr auf Spenden und Einnahmen aus Veranstaltungen angewiesen, die durch Corona aber ebenfalls entfallen: Schweren Herzens mussten sie Spendenveranstaltungen wie Vereinsfeste oder Tage der offenen Tür absagen und, wenn vorhanden, ihre Cafés schließen. So fehlt ihnen die Möglichkeit mit den Veranstaltungen und Aktionen die Spenden einzusammeln, auf die sie so dringend angewiesen sind.

Die Tierheime brauchen unsere Hilfe!

Wir als Deutscher Tierschutzbund tun natürlich alles in unserer Macht Stehende, um sie auch in dieser Notlage bestmöglich zu unterstützen. Doch auch wir sind auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Wer also den Kopf frei hat, um neben den vielfältigen Corona-Sorgen auch an die Tiere zu denken: Die Tierheime werden sich über jede Spende freuen und wenn sie noch so klein ist. Jeder Euro zählt :-). Du kannst Deine Spende direkt Deinem Tierheim vor Ort zukommen lassen oder über uns spenden. Alles was hier reinkommt, geben wir zu 100% an die Tierheime und Tierschutzvereine weiter.

 

*) Hinweis zur Grafik: 313 Tierheime haben an der Umfrage teilgenommen (das sind 74 % der angefragten Tierheime). Davon haben 96 % Auskunft zu den Spendeneinnahmen/Coronakrise gegeben und 91 % zu den Rücklagen/Coronakrise.