Was die Corona-Krise für unsere Tierheime bedeutet

Die Befürchtung war groß, dass durch die Corona-Krise noch mehr Tiere in den Tierheimen landen als diese sowieso schon beherbergen. Sie bereiteten sich darauf vor, Tiere von am Coronavirus erkrankten Tierbesitzern aufzunehmen, wenn diese ins Krankenhaus müssen oder nicht mehr in der Lage sind, das eigene Tier zu versorgen. Auch wurde befürchtet, dass viele Menschen ihre Tiere ins Tierheim bringen, weil sie Angst davor haben, dass die Tiere das Virus auf sie übertragen oder sie selbst in Quarantäne bleiben müssen.

Glücklicherweise ist dies alles bisher nicht eingetreten. Wer hier aber doch noch Bedenken hat, dem sei gesagt: Bitte bringt Eure Tiere nicht ins Tierheim, weil Ihr Angst davor habt, dass das Tier Euch ansteckt! Bisher gibt es nur ganz wenige Fälle, bei denen Haustiere positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden. Und auch wenn Ihr selbst gesund seid, aber in Quarantäne müsst, ist dies kein Grund Euer Tier im Tierheim abzugeben. Weitere Infos dazu findet Ihr in unseren FAQs.

Wie viele andere auch, stellten die Tierheime ihren Alltag und ihre Arbeitsabläufe um und passten sich an die neue Situation an: Die meisten schlossen für Besucher und Ehrenamtliche, zum Schutz dieser und sich selbst. Denn die Sicherstellung der Versorgung der Tiere hatte und hat immer die oberste Priorität. Stattdessen vermittelten sie die Tiere weiterhin im Rahmen ihrer Möglichkeiten – übers Telefon und mit individuellen Terminvereinbarungen. Und das, aufgrund der großen Nachfrage, meist mit Erfolg.

Aktuell vermitteln die Tierheime gut, doch die Ruhe ist trügerisch

Durch Covid-19 ist die Nachfrage nach Tieren gestiegen, aus den vielfältigsten Gründen: Tiere leisten uns Gesellschaft, lenken uns ab und spenden uns Trost. Auch können sie eine willkommene Abwechslung im Corona-bedingten Home Office sein. Oder Familien, die schon lange überlegt haben, ein Tier zu adoptieren, ergreifen jetzt die Chance. Die Gelegenheit kann auch durchaus günstig sein, weil gerade auch die Zeit für eine Eingewöhnung des Tieres da ist.

Doch gleichzeitig besteht die große Gefahr, dass jetzt erworbene Tiere auf kurz oder lang im Tierheim landen. Gründe dafür gibt es viele: Home Office ist vorbei, die Schulen sind wieder geöffnet – die Menschen merken, dass sie im Alltag doch keine Zeit mehr für das Tier haben. Oder der Sommerurlaub steht an, bei dem das Tier dann doch stört, und viele mehr.   
 
Die Tierheime schauen bei der Vermittlung natürlich ganz genau hin, dass das Tier „nach“ Corona nicht wieder im Tierheim landet, sondern wirklich sein „Zuhause-für-immer“ gefunden hat. Doch das machen leider nicht alle – vor allem nicht dubiose Züchter, die mit den Tieren ausschließlich nur Geld verdienen wollen!

Bitte keine „Gesuche“ schalten

Denn die gestiegene Nachfrage nach Tieren während der Corona-Pandemie macht den illegalen Welpenhandel noch lukrativer und wird ihn weiter anfachen, auch da die Grenzen nun wieder größtenteils geöffnet sind. Die dubiosen vermeintlichen „Züchter“ aus dem Inland und Vermehrer aus dem Ausland sind in erster Linie profitgetrieben und führen im Gegensatz zu den Tierheimen keine Vermittlungsgespräche. Durch die Übergabe an einem Parkplatz oder einfach aus dem Auto heraus, ist die Gefahr groß, dass diese Tiere bei Überforderung, finanziellen Engpässen – hohe Tierarztkosten, weil die Tiere bei Abgabe oftmals krank sind – oder nicht mehr vorhandener Zeit ganz schnell im Tierheim landen. 

Wer ein Tier möchte, versucht nun auch immer öfters über eine „Gesuche“-Schaltung an ein Tier zu kommen. Doch genau das macht es den dubiosen Händlern sehr leicht und fördert den illegalen Welpenhandel – ein großes Geschäft mit dem Tierleid! Beispielsweise bei Hunden: Mutterhündinnen werden als „Gebärmaschinen“ missbraucht. Sie vegetieren in kleinen Zwingern vor sich hin, ohne Tageslicht, ohne Kontakt zu anderen Tieren, ohne menschliche Zuneigung, in ihrem eigenen Kot und Urin. Die Welpen werden viel zu früh von ihnen und den Geschwistern getrennt. Sie sind von den langen Transporten geschwächt und kaum überlebensfähig. Beim Käufer angekommen, werden sie schnell schwer krank, viele sterben trotz intensivmedizinischer Behandlung. Die kranken Tiere landen oft im Tierheim, weil die neuen Besitzer die immensen Kosten der nötigen tierärztlichen Behandlung nicht aufbringen können. Weitere Informationen zum Thema illegaler Welpenhandel findet Ihr auch hier.

Bitte unterstützt dieses Tierleid nicht! Wenn ihr ein Tier möchtet, infomiert Euch über die diversen Onlinekanäle der örtlichen Tierheime oder meldet euch dort telefonisch und gebt diesen Tieren eine Chance! Die Tierheime geben ihr Bestes, das perfekte Tier für Dich zu finden!

Und zu guter Letzt, aber genauso wichtig: Tierheime helfen. Helft Tierheimen!

Die Tierheime helfen jederzeit wo sie können, doch sind sie selbst auch auf Hilfe angewiesen. Da viele Menschen mit der Virus-Thematik beschäftigt sind, bekommen sie weniger Spenden. Zusätzlich sagen sie schweren Herzens geplante Spendenveranstaltungen wie Vereinsfeste oder Tage der offenen Tür ab und schließen, wenn vorhanden, ihre Cafés. So fehlt ihnen die Möglichkeit mit den Veranstaltungen und Aktionen die Spenden einzusammeln, auf die sie so dringend angewiesen sind.

Die Tierheime brauchen unsere Hilfe. Wir als Deutscher Tierschutzbund werden natürlich alles in unserer Macht stehende tun, um sie auch in dieser Notlage bestmöglich zu unterstützen. Doch auch wir sind auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Wer also den Kopf frei hat, um aktuell auch noch an die Tiere zu denken: Die Tierheime werden sich über jede Spende freuen und wenn sie noch so klein ist. Jeder Euro zählt :-). Ihr könnt Eure Spende direkt Eurem Tierheim vor Ort zukommen lassen oder über uns spenden. Alles was hier reinkommt, geben wir zu 100% an die Tierheime und Tierschutzvereine weiter.