Welpenhandel

Corona-Krise und der illegale Welpenhandel 

Durch die Corona-Krise ist die Nachfrage nach Haustieren stark gestiegen. Das ist verständlich, denn Tiere bringen Freude und Abwechslung in unser Leben, sie schenken Wärme und Zuneigung. Dinge, nach denen sich viele Menschen gerade besonders sehnen. 

Doch die gestiegene Nachfrage macht den illegalen Welpenhandel noch lukrativer und facht ihn weiter an. Unsere vorläufige Auswertung von 2020 liefert bereits jetzt erschreckende Ergebnisse: Es wurden knapp 150 Fälle von illegalem Welpenhandel bekannt. Dabei waren über 1.000 Hunde, knapp 150 Katzen und viele weitere Tierarten betroffen. Im Vergleich zu 2019 hat sich die Zahl der Fälle demnach mehr als verdoppelt und die Zahl der betroffenen Hunde fast schon verdreifacht! 2019 wurden 66 Fälle mit 731 betroffenen Tieren bekannt, darunter 366 Hunde. 

Und auch schon in den ersten Monaten des neuen Jahres 2021 wurden etliche Fälle von illegalem Welpenhandel aufgedeckt. Leider stellen diese Fälle nur die Spitze des Eisbergs dar, da sehr viele Fälle unentdeckt bleiben. 

Gefahr: Online-Angebote

Besonders problematisch ist dabei der anonyme Handel mit den Tieren über das Internet. Hierzu gibt es immer noch keine gesetzliche Regulierung. Oft sind die Anzeigen als private Verkäufe getarnt und dank Corona können die Welpen vor einem Wohnhaus übergeben werden, da aktuell „niemand in die Wohnung darf“.

So verwundert es nicht, dass gerade kein Blick auf die Mutterhündin geworfen werden kann, die sich in Wirklichkeit aber gar nicht vor Ort, sondern in einem dunklen Keller hunderte Kilometer entfernt befindet. Auch Gesuche-Anzeigen machen es den dubiosen Händlern sehr leicht und fördern den illegalen Welpenhandel.

Besonders häufig betroffen sind sogenannte Qualzuchten oder auch Moderassen wie die Französische Bulldogge, Malteser, Zwergspitz, aber auch Katzen wie Britisch Kurzhaar und Scottish Fold. Motivationen, diese Tiere im Internet über Anzeigen zu kaufen, gibt es viele: die schnelle Verfügbarkeit, Unwissenheit, Gutgläubigkeit, vielleicht will jemand sogar etwas vermeintlich „Gutes tun“ und die Welpen „retten“. 

Unfassbares Tierleid 

Durch den illegalen Welpenhandel leiden die Hunde und Katzen immens. Die Elterntiere werden im Ausland, häufig in Osteuropa, unter miserablen Bedingungen gehalten. Die Muttertiere dienen als „Produktionsmaschinen“ – gehalten in kleinen, dreckigen Verschlägen, stehen sie in ihren eigenen Exkrementen, häufig ohne Tageslicht, ohne menschlichen Kontakt, ohne tierärztliche Versorgung und ohne Freigang – und das zum Teil jahrelang.

Neben dem seelischen Leid, das die Tiere hier erfahren, entsteht durch die widrigen Haltungsbedingungen ein hoher Infektionsdruck, welcher sowohl für die ausgewachsenen Tiere als auch für die Welpen sehr gefährlich werden kann. Denn die jungen Hunde und Katzen sind in der Regel nicht adäquat geimpft und leben in den ersten Wochen unter den gleichen schlechten Bedingungen wie ihre Elterntiere, um dann, viel zu früh, von ihrer Mutter getrennt zu werden. 

Auch der Transport und die neue Umgebung führen zu massiven Stress. Das Immunsystem ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgereift. Das führt dazu, dass die viel zu jungen Hunde und auch Katzen häufig schwer erkranken oder den Transport gar nicht erst überleben. 

Herausforderung für Tierheime

Wird ein illegaler Transport aufgedeckt und die Welpen durch die zuständige Behörde beschlagnahmt, landen die Tiere fast immer im Tierheim. Meist ist für die Tiere, aufgrund der häufig fehlenden Tollwutimpfung, dann eine Quarantäne notwendig.

Wenn die Tierheime viele Tiere auf einen Schlag aufnehmen müssen, gelangen sie häufig an ihre personellen, räumlichen und auch finanziellen Kapazitätsgrenzen. Für die Tiere selbst findet die Quarantäne meist während einer wichtigen Entwicklungsphase statt, sodass es auch hierbei langfristig zu Verhaltensproblemen kommen kann, auch wenn die Tierheimmitarbeiter sich aufopferungsvoll um sie kümmern. 

Doch auch bereits erworbene Tiere können auf kurz oder lang im Tierheim landen. Gründe dafür gibt es viele: Home Office ist vorbei, die Schulen sind wieder geöffnet, der nächste Urlaub steht an – die Menschen merken, dass sie im Alltag doch keine Zeit mehr für das Tier haben. Oder die neuen Besitzer sind komplett überfordert, sie möchten kein krankes Tier oder können es sich finanziell nicht leisten.

Bitte unterstützt dieses Tierleid nicht!

Wenn Du ein Tier möchtest, bestelle es nicht wie Ware im Internet. Informiere Dich über die diversen Onlinekanäle der örtlichen Tierheime oder melde Dich dort telefonisch. Denn dort warten viele wunderbare Tiere auf ein liebevolles neues Zuhause und die Tierheimmitarbeiter geben ihr Bestes, den passenden Weggefährten für Dich zu finden.