Krieg in der Ukraine

Die Folgen für unsere Tierheime

Der Krieg in der Ukraine sorgt für eine humanitäre Katastrophe, wie sie Europa seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr erlebt hat. Zugleich rollt aber auch eine nicht-humanitäre Katastrophe auf uns zu, die die deutschen Tierheime überfordern wird, wenn der Staat nicht handelt. Immer mehr Flüchtlinge kommen mit ihren Haustieren nach Deutschland. In Flüchtlingsunterkünften ist keine Tierhaltung erlaubt - stattdessen sollen die Tiere von ihren Menschen getrennt und in den örtlichen Tierheimen untergebracht werden. Das sorgt bei den geflüchteten Familien, aber auch bei den Tieren, für weiteres Leid durch die Trennung und bringt zudem die ersten Tierheime in Not.

Probleme bei den Tierheimen sind zum einen die mangelnde Aufnahmekapazität und zum anderen die gestiegenen Versorgungskosten. Meist müssen Tiere aus dem Ausland zusätzlich noch medizinisch untersucht, gegebenenfalls versorgt und anschließend in Quarantäne gebracht werden. Das bedeutet deutlich mehr Auslastung für Tierheime und zusätzliche Kosten, die bisher nicht ausreichend bis gar nicht durch die Kommunen erstattet werden.

Auch immer mehr herrenlose Tiere warten an der Grenze auf ihre Rettung. Diese Tiere mussten zum Teil zurückgelassen werden, da die Ausnahme für das erleichterte Verbringen von Tieren aus der Ukraine in die EU lediglich für private Transporte gilt und hier nur maximal fünf Tiere mitgenommen werden dürfen. Das Leid dieser Tiere wächst täglich. Das gilt auch für die Tiere, die sich noch in der Ukraine befinden.

 

 

 

Wir fordern mehr Unterstützung

Die Tierschutzvereine und Tierheime wollen sowohl den Menschen als auch den Tieren helfen – daran besteht kein Zweifel!
Sie brauchen aber auch dringend Unterstützung von der Politik.

Zusammen mit unseren Landesverbänden und Mitgliedsvereinen haben wir daher einen öffentlichen Appell an den die Politik gesendet, zur sofortigen Umsetzung eines 7-Punkte-Maßnahmenkataloges:

 

1. In den Flüchtlingsunterkünften muss die Haltung von verträglichen Tieren, deren Gesundheitsstatus von einem Tierarzt überprüft wurde, sofort zugelassen werden.

2. Die vorgeschriebene Tollwutquarantäne sollte bundesweit mit tierärztlicher Beratung auch in Privathaushalten ermöglicht werden.

3. Für die Tiere, die vorübergehend in die Obhut eines Tierheimes gegeben werden, muss die zuständige Kommune eine Erstattung der Kosten zusagen.

4. Entstehende Tierarztkosten (z. B. Laborkosten für die Bestimmung der Tollwut-Antikörper-Titer oder Materialkosten für das Setzen eines Mikrochips) müssen geregelt sein und behördlich übernommen werden.

5. Kommunen und Länder müssen umgehend zusätzliche Quarantäneunterbringungen schaffen oder dafür sorgen, dass vorhandene, aber bislang nicht zugelassene Unterbringungsmöglichkeiten entsprechend umstrukturiert werden.

6. In der Europäischen Union muss ein Sonderhilfstopf aufgesetzt werden, aus dem Tierrettungen insbesondere entlang der Grenze finanziert werden.

7. Auch Tierschutztransporte von Tieren aus der Ukraine und private Transporte von mehr als fünf Tieren sollten unter die Einfuhr-Ausnahmeregelung fallen. Notfalls müsste vorausgesetzt werden, dass vor der Einreise das Ziel und die Unterbringung der Tiere geklärt sind.

 

 

Wir brauchen sofortige und unkomplizierte Lösungen, bei denen der Schutz von Mensch und Tier im Vordergrund steht.

Gleichzeitig setzen wir uns gemeinsam mit unseren europäischen Partnern für Menschen und Tiere in Not ein – sei es bei der Evakuierung unseres Tierschutzzentrums in Odessa oder an der polnisch-ukrainischen Grenze, , wo Geflüchtete mit ihren Tieren ankommen. Hier spenden wir Trost und helfen, so gut es geht, mit Futterspenden, Medikamenten oder tierärztlicher Versorgung.

Wenn auch Du uns dabei unterstützen möchtest, kannst Du hier online spenden. Dafür danken wir Dir von Herzen!