Hochwasser und Tiere

Fragen und Antworten

Durch die Unwetter und das Hochwasser ist die Lage an vielen Orten weiterhin unübersichtlich. In den betroffenen Gebieten kann es zum Beispiel passieren, dass Haustiere und ihre Halter auseinandergerissen werden und die Tiere orientierungslos umherirren, verletzt sind oder im schlimmsten Fall tot aufgefunden werden. Auch Wildtiere können betroffen sein. Wir haben die wichtigsten Infos für Dich zum Thema Hochwasser und Tiere zusammengefasst und auch wie Du helfen kannst oder wo Du Hilfe findest. Die Seite werden wir laufend aktualisieren:

Haustiere

Was mache ich, wenn ich ein verlassenes Haustier gefunden habe?

  • Bitte versuche nicht das Tier auf eigene Faust einzufangen. Verletzte und traumatisierte Tiere können extrem verängstigt sein und sich dadurch in größere Gefahren begeben, zum Beispiel in das Hochwasser oder auf eine viel befahrene Straße laufen. Wenn sie sich bedroht fühlen, könnten sie auch schnappen, kratzen oder beißen. 
  • Wende Dich bitte an einen Tierschutzverein in der Umgebung und bitte um fachkundige Unterstützung. In Notfällen verständige die Feuerwehr oder Polizei. Auch viele professionelle Tierrettungen helfen derzeit im Krisengebiet und können kontaktiert werden. 
  • Notiere Dir die Adresse, wo Du das Tier gesehen hast. Wenn es gefahrlos möglich ist, mache ein Foto des Tieres. Viele Besitzer suchen über die sozialen Medien nach ihren vermissten Tieren. 
  • Ist das Tier sehr zutraulich und sucht von selbst Deine Nähe, kannst Du es unter Umständen auch selbst zu einem Tierschutzverein oder nahegelegenen Tierarzt bringen, damit überprüft werden kann ob das Tier mit einem Mikrochip gekennzeichnet und registriert ist. Aber Achtung: Auch ein vermeintlich zutrauliches Tier kann in einer ungewohnten Situation unberechenbar reagieren. Sich fachkundige Hilfe zu suchen, ist immer der sicherste Weg.

Was mache ich, wenn ich ein verletztes Haustier gefunden habe?
Bewahre Ruhe und rufe sofort den nächstgelegenen Tierarzt oder Tierklinik an. Auch die Polizei kann Dir helfen, den diensthabenden Tierarzt oder die nächste Tierklinik zu ermitteln. Wenn Du eine Decke hast, kannst Du das Tier vorsichtig darauflegen oder – falls erforderlich – den Kopf vorsichtig mit der Decke fixieren. Pass immer gut auf, dass das Tier Dich nicht aus Abwehr versehentlich verletzt, weil es Angst oder Schmerzen hat. Fasse es daher so wenig wie möglich an. Sollte das Tier bewusstlos sein, beginne ggf. – am besten unter telefonischer Anleitung des Tierarztes – mit dem ABCD-Schema (Atemwege frei machen, Beatmen, Compression/Druck, tierärztliche Klinik aufsuchen).

Was mache ich, wenn ich ein totes Haustier gefunden habe?
Viele Hunde und Katzen werden verzweifelt gesucht und die Halter wünschen sich Gewissheit über den Verbleib ihrer geliebten Haustiere. Daher bring ein totes Tier, wenn möglich zu einem Tierschutzverein oder Tierarzt, um zu überprüfen, ob die Tiere mit einem Mikrochip gekennzeichnet und registriert sind. So kann der Halter ausfindig gemacht und informiert werden. 
Falls das nicht geht, mache ein Foto, notiere die Adresse und verständige den nächsten Tierschutzverein oder Tierarzt.

Kann ich meine Freigängerkatze wieder rauslassen und mit meinem Hund wie gewohnt Gassi gehen, wenn ich in einem vom Hochwasser betroffenen Gebiet wohne?
Auch nach der Flut kann es draußen gefährlich für Haustiere sein, zum Beispiel aufgrund von kniehohem Schlamm und unebenen, einsackenden Böden. Da an vielen Stellen Öl, Benzin und Diesel ausgetreten sein könnte und eventuell auch elektrische Leitungen freiliegen, sobald wieder Strom fließt, bitten wir Dich, Deine Freigänger-Katze erst einmal nicht herauszulassen. Passe beim Gassigehen mit Deinem Hund genau auf, dass er nichts aufnimmt und reinige seine Pfoten im Anschluss gründlich.

Tierhilfe-Hotline für Notfälle

Wir bieten selbst auch eine Tierhilfe-Hotline für Notfälle an. Betroffene Tierhalter aus den Hochwasser-Krisengebieten, deren Tiere dringend Hilfe benötigen, aber auch Personen, die vor Ort Tiere finden, können uns darüber anrufen. Über die Hotline werden keine privaten Hilfsangebote vermittelt.

Wildtiere

Was kann ich tun, wenn ich ein Wildtier in Not finde? 
Auch viele Wildtiere dürften von den Fluten nicht verschont geblieben sein – insbesondere, da es aktuell auch viele Jungtiere gibt, die sich nicht oder nicht schnell genug in Sicherheit bringen können. Betroffen sind neben Kleintieren wie Kaninchen, Hasen und Jungvögeln auch größere Arten wie Rehe. 

Hast Du den Verdacht, dass ein gefundenes Tier krank oder verletzt ist, solltest Dun das Tier zunächst aus sicherer Entfernung beobachten, außer Du erkennst, dass akute Gefahr im Verzug ist. Denn nicht immer braucht ein Tier die Hilfe der Menschen. 

Bist Du in die Situation geraten, dass du schnell Hilfe für verwaiste Wildtiere finden musst, nimm zunächst Kontakt zum örtlichen Tierschutzverein auf. Auch wenn dieser selber keine Aufnahmemöglichkeit haben sollte, können die Mitarbeiter doch meist gute Pflegeadressen oder Auffangstationen in der Nähe vermitteln. Alternativ findest Du hier eine deutschlandweite Übersicht. Auch die örtliche Naturschutzbehörde kann mit geeigneten Adressen weiterhelfen. Weitere Infos zum Thema findst Du auch hier.

Tierheime

Welche Tierheime in meiner Umgebung bieten Hilfe an?
Am besten kontaktierst Du Dein örtliches Tierheim und fragst direkt nach, da sich die Informationen kurzfristig ändern können. Hier haben wir Dir die uns bekannten Tierheime und weitere Kontakte und Gruppen zusammengefasst, die Betroffenen Hilfe anbieten. 

Kann ich Tierheime mit Sachspenden unterstützen?
Bitte kontaktiere Dein örtliches Tierheim bzw. schaue auf die entsprechenden Social Media Profile bevor du Sachspenden vorbeibringst. Viele Tierheime sind von der Hilfsbereitschaft der Bevölkerung überwältigt, stoßen aber auch an ihre Grenzen und haben zum Beispiel keinen Lagerplatz für die Sachspenden. Ein Tipp: Viele Tierheime posten genau, ob und was noch benötigt wird.

Wie kann ich sonst helfen?
Viele Tierheime und Tierschutzvereine sind gerade unermüdlich im Einsatz. Sie verteilen Futter und Medikamente, bezahlen Tierarztrechnungen und nehmen Haustiere auf, deren Halter durch die Fluten alles verloren haben. Die Vereine benötigen dringend Geld, um die wichtigen Rettungsarbeiten weiter leisten zu können. Wir tun alles in unserer Macht stehende, um den Tierheimen bestmöglich, schnell und unbürokratisch zu helfen. Dabei hoffen wir auf die Unterstützung von Tierfreunden im ganzen Land, denn auch wir sind auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Durch Deine Spende hilfst Du, damit wir den Tierheimen weiterhin zur Seite stehen können. Die Solidarität und Hilfsbereitschaft, die wir unter Tierfreunden bereits erleben konnten, bewegt uns sehr! Auch über Deine Spende und Hilfe freuen wir uns von Herzen. Auf dieser Seite findest Du unser Spendenformular.

Kommen die Spenden sicher an? 
Ja, die Gelder kommen garantiert dort an, wo sie gebraucht werden.

Wer kann Gelder zur Soforthilfe beantragen?
Alle uns angeschlossenen Tierschutzvereine können im Zusammenhang mit dem Hochwasser einen finanziellen Zuschuss beantragen. Das betrifft die Vereine, die entweder selbst durch das Hochwasser betroffen sind und Schäden genommen haben, aber auch die Vereine in der Umgebung, die sich ebenfalls um die Tiere aus den Krisengebieten kümmern. Sei es durch Futterspenden, Medikamente, Tierarztkosten oder indem sie Tiere von Betroffenen aufnehmen. Aber auch gemeinnützige Nicht-Mitgliedsvereine, die sich um die Hochwassertiere kümmern, wie zum Beispiel der Dogman Tierhilfe e.V., können sich bei uns melden und wir versuchen bestmöglich zu helfen. 

Weitere Fragen

Viele Tierbesitzer machen sich sicherlich Sorgen und Gedanken, wie sie sie sich als Tierhalter auf eine (Natur-)Katastrophe vorbereiten können:
Als Tierhalter kann man versuchen, für einen Katastrophenfall so gut es geht, Vorsorge zu treffen. Wichtig ist zum Beispiel ein geeignetes Transportbehältnis im Haus zu haben, um das Tier sicher mitnehmen zu können – wie eine Box für die Katze, das Kaninchen oder die Vögel. Idealerweise sollten die Tiere an die Box gewöhnt werden, indem sie beispielsweise im Alltag integriert wird und zum Beispiel den Katzen als Schlafmöglichkeit dient. Ebenso kann man eine kleine Notfalltasche mit Futter, Medikamenten und wichtigem Zubehör packen oder alles an einem Platz gesammelt aufbewahren, damit es schnell greifbar bzw. auffindbar bist, wenn die Zeit drängt. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass Futter und Medikamente nicht abgelaufen sind und regelmäßig ausgetauscht werden. 

Lebt man in bekannten Hochwassergebieten, könnte auch das Tragen einer Schwimmweste mit dem Hund geübt werden. Kleine Heimtiere und Ziervögel sollten nach Möglichkeit in diesen Gebieten nicht in den am schnellsten überfluteten Bereichen des Hauses gehalten werden, sodass eine spätere Rettung ggf. noch möglich ist, auch wenn der Besitzer selbst nicht anwesend ist. 

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) rät in seiner Broschüre „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen", sich frühzeitig Gedanken über die Evakuierung von Haustieren zu machen. Dem können wir uns anschließen und empfehlen, zu überlegen, wo man in einem Notfall mit seinem Tier unterkommen könnte. Das könnte zum Beispiel bei Freunden oder Bekannten sein, da Tiere oft nicht mit in Notunterkünfte mitgenommen werden dürfen. Im aktuellen Fall wurden die Menschen natürlich komplett von der Katastrophe überrascht und oftmals ist es leider so, dass bei einer Evakuierung Tiere zurückgelassen werden müssen, was für jeden Tierhalter sehr grausam ist. Der Schutz der Menschen steht aber immer an erster Stelle. In so einem Fall wäre es wichtig, ausreichend Futter und Wasser im Haus zu haben, sodass man seine Tiere zumindest versorgen kann, bis hoffentlich die Möglichkeit besteht, die Tiere nachzuholen. Da der Tierschutz im Grundgesetz steht, sollten Tiere natürlich – sofern die Kapazitäten es ermöglichen – gemeinsam mit ihren Menschen evakuiert werden und auch mit in Notunterkünfte gebracht werden dürfen. 

Als Hilfe kann auch am Wohnungseingang durch entsprechende Notiz angegeben werden, wie viele Tiere sich im Haushalt befinden. Das ist zum Beispiel bei Brandfällen sehr hilfreich. So weiß die Feuerwehr, dass noch Tiere in der Wohnung sind und kann auch bei Abwesenheit des Besitzers eine Rettung der Tiere vornehmen.

Wichtig ist auch, Hunde, Katzen und Pferde (ggf. auch Kleintiere) mit einem Mikrochip beim Tierarzt kennzeichnen zu lassen und mit der Chip-Nummer bei unserem Haustierregister FINDEFIX kostenfrei zu registrieren. Vögel können anhand ihrer Ringnummer registriert werden. Nur mit einer Kennzeichnung und Registrierung ist das Tier nach einer solchen Katastrophe schnell seinem Besitzer zuzuordnen. Das betrifft leider auch die Tiere, die nur noch tot geborgen werden können. Doch so bekommt der Besitzer zumindest Gewissheit.