Animal Hoarding

Die Sucht, Tiere zu horten

Animal Hoarding kann mit Tiersammel-Sucht oder Tierhorten übersetzt werden. Es beschreibt ein Krankheitsbild, bei dem Menschen Tiere in einer großen Anzahl halten, sie aber nicht mehr angemessen versorgen. Es fehlt an Futter, Wasser, Hygiene, Pflege und tierärztlicher Betreuung. Die Halter erkennen nicht, dass es den Tieren in ihrer Obhut schlecht geht.

Woran erkenne ich Tierhorter?

Es gibt Anzeichen, die dabei helfen, dieses Krankheitsbild zu erkennen. Wenn die folgenden drei Kriterien erfüllt sind, handelt sich um einen beginnenden Fall von Tiersammel-Sucht:

  • es werden mehr Tiere gehalten, als in Deutschland im Durchschnitt üblich
  • auf dem vorhandenen Gelände bzw. in den vorhandenen Räumlichkeiten leben zu viele Tiere (nach Einschätzung des Amtsveterinärs auf Grundlage von Minimalanforderungen, die wissenschaftlich ermittelt und publiziert wurden)
  • der Halter zeigt trotz überdurchschnittlich hoher Tierzahl und zu geringem Raumangebot keine Einsicht, dass der Tierbestand reduziert werden muss

In Fällen von Animal Hoarding brauchen sowohl die Tiere als auch die Menschen dringend Hilfe. Doch hierzulande ist die Krankheit noch wenig bekannt.

Deshalb hat der Deutsche Tierschutzbund gemeinsam mit Amtstierärzten und Psychologen eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe gegründet, um diejenigen, die sich beruflich mit diesem Krankheitsbild auseinandersetzen müssen - wie Amtstierärzte, Tierheimmitarbeiter, Staatsanwälte, Mitarbeiter im sozialpsychologischen Dienst, - umfassend zu informieren.

Hier findest Du eine Auswertung von Animal Hoarding-Fällen in 2018.

 

Tierheime helfen. Helft Tierheimen!

Jedes dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossene Tierheim muss im Jahr durchschnittlich fünf Mal Tiere aus Animal Hoarding-Fällen aufnehmen. Sind viele Tiere betroffen, bewegen sich die Kosten schnell im fünfstelligen Bereich. Die Kommunen erstatten den Tierheimen die entstandenen Kosten häufig nur unzureichend. Mit unserer Kampagne „Tierheime helfen. Helft Tierheimen!“ möchten wir auf das Problem aufmerksam machen. „Tierheime helfen, aber gerade in solchen Notfällen sind sie selbst auf Hilfe angewiesen“, sagt Caterina Mülhausen, Leitung Campaigning beim Deutschen Tierschutzbund. „Die Behörden beschlagnahmen die Tiere, aber es sind die Tierheimmitarbeiter, die diese aufnehmen und tierärztlich versorgen.“ Als Dachverband fordert der Deutsche Tierschutzbund daher von den Behörden schnelle und kostendeckende finanzielle Unterstützung für die Tierheime.

Solange die Politik jedoch untätig bleibt, sind die Tierheime bei Animal Hoarding Fällen auf Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen und freuen sich über Deine Unterstützung.